Mehrheit der Amerikaner befürwortet Folter?
2. Januar 2010, Kolja
Nach ein Umfrage von Rasmussen befürwortet eine Mehrheit der Amerikaner den Einsatz von Folter um an Informationen von Umar Farouk Abdulmutallab, der mit seinem Anschlag auf den ein Flugzeug in Detroit gescheitert ist, zu gelangen. Er brachte den Sprengstoff in seiner Unterhose in Amsterdam an Bord doch der Zünder funktionierte nicht so dass niemand zu schaden kam. Nach diesem misslungenen Anschlag haben nun 79% der Amerikaner Angst vor weiteren Anschlägen in den nächsten 12 Monaten, dass sind 30% mehr als noch vor einem Jahr.
Dies dürfte auch einer der Gründe sein warum sich nun 58% der amerikanischen Bevölkerung für Folter (Waterboarding und andere “aggressive” Verhörtechniken) zum Erhalt von Informationen aussprechen, nur 30% lehnten dies deutlich ab. 71% der Befragten wollten indes das diese Verhöre nicht von den Strafverfolgungsbehörden sondern vom Militär durchgeführt werden. Immerhin noch eine knappe Mehrheit (54%) wollen das die Amerikaner Kontrollen, für Flüge in die USA, an ausländischen Flughäfen selbst durchführen. Außerdem meinen 43%, dass das Rechtssystem zu viel Rücksicht auf die Rechte einzelner nehme, 28% sind der Meinung das nationale Sicherheit und die individuellen Rechte im Gleichgewicht stehen, nur 17% sehen ein Ungleichgewicht zugunsten der nationalen Sicherheit.
Die Umfrage wurde an 1000 Personen durchgeführt und soll lauf Rasmussen eine Fehlerquote von maximal +/- 3% aufweisen. Wie repräsentativ diese Zahlen sind muss jeder für sich selbst entscheiden. Doch für mich zeigt es die Kurzsichtigkeit einiger Menschen auf dem Planeten. Wenn die bisherige Einschränkung der Bürger- und Menschenrechte schon keinen Erfolg gebracht hat, wie der versuchte Anschlag in Detroit zeigt hat die Überwachungsmaschine der USA versagt, sollen diese Rechte noch weiter eingeschränkt werden?
In meinen Augen ist das voll kommen falsch und ich möchte diesen Artikel mit einem sehr guten Kommentar von Werner Gruber in einem Interview für Telepolis abschließen:
Ich möchte lieber in einer Welt leben, wo ich entspannt von einem Ort zum anderen reisen kann, weil ich weiß, dass es allen relativ gut geht. Und wenn es allen gut geht, dann gibt es keinen Terrorismus. Das zeigen die historischen Erfahrungen. Es gibt nur eine politische Lösung.
Wenn man das ganze Geld, das in Sicherheitstechnik investiert wird, wenn man diese gewaltigen Summen in Schulen und gute Ausbildungen in den entsprechenden Ländern investieren würde – allein die Kosten für die vielen Scanner auf allen Flughäfen weltweit und deren Betrieb – das wäre viel sinnvoller. Einzelne Verrückte wird es immer geben, aber wenn man den Menschen in einer Gesellschaft insgesamt eine positive Zukunftsaussicht gibt, dann trocknet das die Unterstützung für den Terror aus.